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Als Au-pair ein Jahr nach Rom zu gehen ist eine von vielen Möglichkeiten nach dem Abitur ins Ausland zu gehen.

Nach dem Abitur ins Ausland – Teil 2

| 3 Kommentare

Der zweite Teil der Serie Nach dem Abitur ins Ausland bezieht sich auf ein Auslandsjahr als Au-pair. Was ist ein Au-pair, was sind seine Aufgaben, welche Altersgrenzen gibt es? Das sowie ein Interview mit einem Au-pair gibts in diesem Beitrag. Wer den ersten Teil mit Ann (Freiwilligenarbeit in Costa Rica und Studium in Paris) noch nicht gelesen hat kann auch da gerne mal vorbeischauen. Den nächsten Beitrag der Reihe Nach dem Abitur ins Ausland gibt es dann im Mai.

Was ist Au-pair eigentlich?

Ein Au-pair ist ein in der Regel ein junger Mensch der für eine begrenzte Zeit in ein anderes Land reist, um dort zum Zwecke der Kinderbetreuung bei einer Gastfamilie zu leben, die die Kosten für Unterkunft und Verpflegung übernimmt, sowie ein zusätzliches Taschengeld zahlt.
Empfehlenswert ist die Vermittlung über eine Agentur, es geht aber auch ohne.

Wie alt darf man sein? – Die Altersgrenze

Die Altersgrenzen eines Au-pairs sind von Land zu Land verschieden. Hier ein paar Beispiele:

  • Australien: 18–30
  • China: 18–29
  • Dänemark: 17–29
  • Frankreich: 18–28
  • Großbritannien: 17–27
  • Irland: 18–27
  • Italien: 18–30
  • Kanada: 19–50
  • Spanien: 18–27
  • USA: 18–26

In Deutschland kann man Au-pair als EU-Bürger im Alter von 18 bis 30 Jahren werden, als Nicht-EU-Bürger muss man zwischen 18 und 27 Jahre alt.

Diese Zahlen stammen von der Au-pair-Agentur AuPairWorld.

Als Au-pair nach dem Abitur ins Ausland

Aufgaben eines Au-pairs

Feste Regeln für die Tätigkeitsbereiche eines Au-pairs gibt es nicht. Die Bundesagentur für Arbeit sagt:

„Die täglichen Aufgaben eines Au-pairs sind sehr unterschiedlich. Sie hängen ganz von der Eigenart und dem Lebensstil der Familie ab, die das Au-pair bei sich aufgenommen hat. …“

Aufgaben eines Au-pairs können zum Beispiel sein:

  • hauptsächlich Kinderbetreuuung, dazu gehören
  • Beaufsichtigung der Kinder
  • Kinder in den Kindergarten oder in die Schule bringen, ggf. auch zum Training, in die Musikschule o.ä.
  • Helfen bei den Hausaufgaben
  • Begleitung zu bestimmten Veranstaltungen
  • Spielen mi den Kindern, auch Spaziergänge etc.
  • Zubereiten des Frühstücks und einfacher Mahlzeiten
  • Zimmer der Kinder aufräumen (nicht der Eltern!)
Nach dem Abitur ins Ausland: Die Hauptaufgabe eines Au-pairs ist die Kinderbetreuung. Die schließt natürlich auch das Spielen mit den Kindern ein.

Die Hauptaufgabe eines Au-pairs ist die Kinderbetreuung. Die schließt natürlich auch das Spielen mit den Kindern ein.

Aber in einem angemessen Rahmen können auch folgende Tätigkeiten zum Aufgabenbereich eines Au-Pairs zählen:

  • leichte Hausarbeiten, z.B. waschen und bügeln
  • Wohnung bzw. Haus hüten
  • Betreuen der Haustiere

Nicht zum Aufgabenbereich sollten zählen:

  • Gartenarbeiten
  • Putzen oder andere Arbeiten im gesamten Haushalt (Bereiche der Eltern)
  • Altenpflege

Empfehlenswert ist ein Vertrag, der die Aufgabenbereiche des Au-pairs regelt.

Interview mit einem Au-pair-Mädchen

Annthea (19) ist nach dem Abitur ins Ausland gegangen, als Au-pair nach Rom.

Annthea (19) ist nach dem Abitur ins Ausland gegangen, als Au-pair nach Rom.

Eine meiner besten Freunde, die 19jährige Annthea ist im Jahr 2014 direkt nach dem Abitur ins Ausland gegangen, als Au-pair nach Rom. Zu diesem Thema hat sie ein paar Fragen von mir beantwortet, vielen Dank dafür.

1. Wie und wann bist Du auf die Idee gekommen ein Au-pair-Jahr zu machen und nicht Work and Travel, FSJ, oder ähnliches? Und warum hast Dich letztlich für Rom entschieden?

Schon seit einigen Jahren wollte ich unbedingt die italienische Sprache lernen. Deshalb musste ich mein Auslandsjahr logischerweise in Italien verbringen. Leider hab‘ ich keine passende FSJ oder Work&Travel – Möglichkeit gefunden, die finanziell und sprachtechnisch gepasst hat. Für die meisten Angebote brauchte man nämlich schon Vorkenntnisse in Italienisch. Da ich diese Kenntnisse nicht hatte, habe ich mich letztendlich für Au Pair entschieden.

2. Was hast Du getan, um Au pair machen zu können? Hast Du Dich an einen Veranstalter gewendet oder sogar mehrere? Und welche Voraussetzungen musstest Du erfüllen?

Ich habe mich 4 Monate vorher auf Facebook in verschiedenen „Au Pair – Italien – Gruppen“ angemeldet und immer wieder Ausschau nach passenden Anzeigen gehalten. Meistens suchen auf solchen Facebookseiten die jetzigen Au Pairs ihre Nachfolger_innen. So hatte ich nach kurzer Zeit den ersten Skypetermin mit einem Au Pair und ihrer Gastfamilie vereinbart. Das Au Pair übersetzte und ich unterhielt mich das erste Mal mit meiner zukünftigen Gastmama. Sie wolle jemanden, der einen Führerschein besitzt und den Kindern in der Schule die nötige Unterstützung geben kann. Alles passte perfekt und so traf ich mich zwei Monate später mit meiner Gastfamilie in Berlin, weil sie dort praktischerweise Urlaub machten. Anschließend buchte ich den Flug und packte meinen Koffer …
Rückblickend war es sehr leichtsinnig ohne Organisation und ohne Veranstalter auf eigene Faust ins Ausland zu gehen. Wir mussten Streitigkeiten und Missverständnisse immer untereinander klären ohne, dass ein Dritter vermittelte. Aber es klappte schon.

Als Au-pair ein Jahr nach Rom zu gehen ist eine von vielen Möglichkeiten nach dem Abitur ins Ausland zu gehen.

Als Au-pair ein Jahr nach Rom zu gehen ist eine von vielen Möglichkeiten nach dem Abitur ins Ausland zu gehen.

3. Wie und wo hast Du in Rom gelebt? Wie wurde das Jahr dort finanziert?

In Rom habe ich zusammen mit meiner Gastfamilie gewohnt. Das kleinere Bad der Wohnung hatte ich fast immer für mich allein. Das war schon sehr praktisch. Ansonsten hatte ich ein Schlafsofa, einen Schrank und einen Tisch. Nicht wirklich viel, aber was braucht man schon mehr?
Meine Gastfamilie hat mir monatlich 300€ Taschengeld gegeben. Damit bin ich sehr gut klargekommen. Gegessen habe ich fast immer bei meiner Gastfamilie. Von den 300€ musste ich lediglich die Monatskarte von 35€ zu bezahlen und meinen Handyvertrag. Die restlichen 250€ konnte ich nach Lust und Laune in neue Klamotten, Restaurantbesuche und Weihnachtsheimflüge investieren.

4. Was fandest Du gut an dem Jahr, was eher weniger? Würdest Au pair weiterempfehlen?

Ich habe soooo viel erlebt, dass ich zu dieser Frage wahrscheinlich ein komplettes Buch füllen könnte, aber ich fasse mich mal kurz. Natürlich habe ich die neue Freiheit und die fremde Kultur und besonders das italienische Essen genossen. Weiterhin fand‘ ich es toll, nach Hause in die römische Wohnung zu kommen und zu wissen, dass mich meine liebe Gastfamilie dort erwarten wird. Ich hatte nie das Gefühl allein und einsam zu sein. Anderseits hatte ich nie das Gefühl Zeit für mich zu haben. Sobald ich nach Hause kam, wurde ich von meinen Au Pair Kindern bedrängt und gefragt, ob ich nicht mit ihnen spielen möchte. Geduld und „Nein-zu-sagen“ sind definitiv Dinge, die ich gelernt habe. Insgesamt habe ich mich in Rom als Au Pair sehr wohl gefühlt. Die Au Pair Community ist sehr groß und durch`s Internet gut vernetzt. Es kam wirklich selten vor, dass ich abends allein zu Hause saß. Es gab immer etwas zu entdecken. Natürlich sind die Erfahrungen von Au Pair zu Au Pair sehr verschieden. Denn jeder hat seine individuellen Gewohnheiten und Bedürfnisse und jede Gastfamilie hat ihre … Besonderheiten. Dass sich beide Parteien gut verstehen, gleicht eigentlich einem Wunder.

5. Hast Du in dem Jahr Erfahrungen sammeln können, die Dir im weiteren Leben nützlich sein können?

Am meisten freut mich, dass ich jetzt Italienisch sprechen kann! Zwar nicht perfekt, aber die ersten Schritte sind auf jeden Fall getan.
Außerdem habe ich gelernt, meine kompletten Gewohnheiten und Tagesrituale über den Haufen zu werfen und mich voll und ganz einem anderen Rhythmus, nämlich dem Rhythmus meiner Gastfamilie anzupassen. Zu frühe Aufsteh- und zu späte Schlafenszeiten, Abendbrot um 22 Uhr, Shoppinggewohnheiten und explizierter Sinn für Mode, die Art sich zu lieben und zu hassen, und die Art, das zu zeigen und der römische, chaotische Autofahrstil – Alles, wirklich ALLES war irgendwie ein klein bisschen anders bei meiner Gastfamilie in Rom. Und alles habe ich geliebt.
 

Spielt ihr auch mit dem Gedanken nach der Schule, vielleicht nach dem Abitur ins Ausland zu gehen? Auch als Au-pair oder schwebt Euch etwas anderes vor? Habt ihr vielleicht schon ein Auslandsjahr hinter Euch? Schreibt es mir gerne in die Kommentare.
 

Bilder: Das Sandkasten-Bild stammt aus der Datenbank von Pixabay, das Foto von Rom habe ich gemacht und das Bild von Annthea ist eines ihrer Facebook-Profilbilder.

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